Petition online unterschreiben

Petition online – der Trend digital eine Petition zu unterschreiben, gibt das gute Gefühl, sich politisch einzusetzen. Doch die Möglichkeit, digital am Weltgeschehen teilzunehmen, zeigt nur begrenzt Wirkung und das was sich verbessert, ist der Kontostand der Plattformbetreiber. Christian Scherg, Online Kommunikationsexperte erklärt in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, warum Online Petitionen keine physische Anwesenheit ersetzen können.

Petition online – was sie wirklich bewirkt

petition online

Kaum ein Politiker spaltet die Meinung der Menschen weltweit wie Donald Trump. Als einer der umstrittensten Politiker ist es kein Wunder, dass seine Entscheidungen eine Vielzahl von Demonstranten auf die Straße aber auch auch in das Internet ziehen. Und zwar auf die Plattformen, die Petitionen online verbreiten und jedem, der Engagement zeigen möchte, die Chance geben, das politische Weltgeschehen mitzugestalten.

Noch nie war es so einfach, per Mausklick am heimischen Computer oder von unterwegs vom Smartphone. Ermöglicht haben das Plattformen für Online Petitionen wie Avaaz, openpetition.de oder Change.org. Hier kann jeder nach Belieben gegen alles protestieren, was ihm in den Sinn kommt. Es gibt Petitionen gegen den Brexit, gegen die Obama Pipeline und am häufigsten gegen mehr oder weniger sinnvolle Gesetzesentwürfe des US-Präsidenten. Auch der Besuch von Donald Trump bei der Queen wurde via Petition online nicht gewünscht.

Was diese Online Petitionen wirklich bewegen, ist die Frage, die sich dabei immer wieder stellt. Auch Christian Scherg, Gründer und Geschäftsführer der REVOLVERMÄNNER GmbH kennt das Phänomen Online Petition und auch daraus resultierende Folgen gut. Seit 10 Jahren berät und betreut Scherg mit seinen RREVOLVERMÄNNERN u.a. auch Prominente, die schon einmal Gegenstand einer Online Petition wurden.

Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung ist seine Erklärung ist einfach. Aufmerksamkeit und Bekanntheit für Themen, die sonst kaum einer wahrnimmt und die unter normalen Umständen auch niemanden interessieren würden. Wofür normalerweise niemand auf die Straße gehen würde, wird reichweitenstark und prominent viral geteilt.

Auch können diese Petitionen online abgerufen und als demographischer Seismograph verwendet werden. Stimmungen der Nation können somit von Politikern und Parteien verlässlich ausgewertet und mögliche Handlungen und Reaktionen der Menschen prognostiziert werden.

Wem die Petition online tatsächlich nützt

Es ist ein befriedigendes und erhabenes Gefühl, sich aktiv an den Geschehnissen, die einen mittelbar oder auch unmittelbar betreffen zu beteiligen. Auch wenn es ein falsch verstandenes Bild von Bürgerbeteiligung ist. Denn verlässlich sind sie nicht immer. Die Möglichkeiten und die Verlockung eine solche Petition online zu manipulieren ist sehr groß und wird den Übeltätern zu leicht gemacht.

Denn das Problem, das alle Plattformen gemeinsam haben, ist ,dass die anzugebenden Daten nicht streng genug verifiziert werden. Eine E-Mailadresse und eine Postadresse ist alles, was nötig ist, um eine Petition online zu unterzeichnen. Selbst Nicht-Briten können gegen den Besuch von Trump bei der Queen stimmen, wenn Sie nur eine E-Mailadresse anlegen, die englisch klingt und eine Postleitzahl aus Großbritannien angeben. Die Hürden sind einfach zu niedrig.

Und den größten Nutzen haben die Betreiber der Plattformen, all die, die sich an der digitalen Bürgerbeteiligung die Taschen füllen. Jede Petition online auf den Weg gebracht, verhilft den Seitenbetreibern zu mehr Aufmerksamkeit und macht den Nutzer zur Währung seiner eigener Webseite. Ein zusätzlicher Grund, warum das Mitmachen so einfach wie nur möglich sein muss.