Online Petitionen erstellen

Online Petitionen erstellen ist einfacher denn je. Bequem von überall kann gegen alles und vor allem gegen jeden protestiert werden. Der Experte für Online Kommunikation, Christian Scherg, macht im Interview mit dem NDR deutlich, warum sich dieser Trend so großer Beliebtheit erfreut und wer die wahren Gewinner, der protestlosen Bewegung sind.

Online Petitionen erstellen leicht gemacht

online petitionen erstellen

Noch nie zuvor war es so einfach, sich politisch zu engagieren und für die gute Sache einzustehen. Wo man damals noch auf die Straße gegangen ist, um mit physischer Präsenz Stärke und Entschlossenheit zu zeigen, bedarf es heute nur noch eines Mausklicks und einer e-Mail Adresse, um alles und neuerdings auch jeden anzugehen. Allen Wetterbedingungen zum Trotz, wird demonstriert und protestiert – von der heimischen Couch oder aus der U-Bahn dank Internet fähigem Smartphone.

Online Petitionen erstellen hat den großen Vorteil, dass man auch einzelne Personen zum Gegenstand machen kann. Ob es nun Markus Lanz ist, der unter keinen Umständen Moderator von „Wetten, dass…!“ werden soll oder ob Donald Trumps Staatsbesuch bei der Queen nicht gewünscht ist. Was bei klassischen Petitionen noch nicht möglich war, geht nun umso leichter.

Den Betreibern von Plattformen wie Avaaz, openpetition.de oder change.org ist es im Grunde völlig egal, gegen wen oder was protestiert wird, solange die Anzahl der Unterschriften stimmt. Da liegt der Verdacht nahe, dass das Bereitstellen dieser Online Dienste eigentlich nur Marketingzwecken dient, um Aufmerksamkeit für bestimmte  Misstände zu erlangen. Denn ein wirklicher Indikator für politisches Interesse sind Online Petitionen nicht. Fraglich ist auch, ob die Petitionen in den politischen Diskurs aufgenommen werden und den eigentlich Zweck überhaupt erfüllen.

Macht das Online Petitionen erstellen überhaupt Sinn?

Warum das so ist, erklärt Christian Scherg der vor 10 Jahren die REVOLVERMÄNNER GmbH gegründet hat und das Phänomen „Online Petitionen erstellen“ zur Genüge kennt. Scherg bemängelt die Seriosität der Plattformen und die nicht vorhandene aber nötige Verifikation der Daten. Online Petitionen erstellen wird den Menschen zu leicht gemacht. Persönliche Daten werden nicht ausreichend verifiziert und somit verlieren sie an Glaubwürdigkeit.

Aufgrund der fehlenden Kontrollen können die digitalen Unterschriftenlisten zudem viel zu leicht manipuliert werden. Ein Umstand, der die politische Wirkung der Petitionen ad absurdum führt. Auch das ablesen von demographisch wertvollen Stimmungen ist nicht mehr valide und kann erhebliche Missdeutungen nach sich ziehen. Hat man sich doch anfangs das Online Petitionen erstellen zu Nutze gemacht, um zu prognostizieren, was dem Bürger am Herzen liegt.